
Pieter Aertsen Die Fleischauslage, 1551-55 Öl auf Holz, 151 x 202 x 8,5 cm Bonnefantenmuseum, Maastricht
Bereits vor ihrer Berufung als Direktorin der Venedig Biennale 2011 arbeitete Bice Curiger am Konzept einer Ausstellung, die die Kunst des Barocks der zeitgenössischen gegenüberstellt. Das Ergebnis ist ab dem 1. Juni im Kunsthaus Zürich zu sehen.
“Carpe diem et memento mori”, lautete der Leitspruch im 17. Jahrhundert, in der – man denke an die Gräueltaten des 30-jährigen Krieges – Lebensfreude und Tod besonders stark miteinander verknüpft waren. Auf die daraus entstandene Vitalität, das Deftige, Derbe, Sinnliche und Groteske der Zeit setzt die Ausstellung ihren Schwerpunkt, in dem sie die historischen Bilder mit zeitgenössischen Positionen verknüpft.

Maurizio Cattelan Ohne Titel, 2007 Harz, Kleidung, menschliches Haar, Seidenpapier, Holz, Schrauben und Holzbefestigungen, 235 x 137 x 47 cm Privatsammlung © Maurizio Cattelan
Doch auf eine platte Gegenüberstellung oder Parallelisierung der Motive verzichtet Curiger bewusst, ebenso auf das Pompöse und Verschnörkelte, welches Gemälden aus dem Barock allzu oft anhaftet. Stattdessen blickt die Ausstellung aus der Gegenwart in die Vergangenheit zurück und fordert den Betrachter auf, kritische Fragen zeitgenössischer Kunst auf die historischen Bildmotive anzuwenden.
Unter den Kunstwerken des 17. Jahrhunderts finden sich unter anderem Gemälde von Dirck van Baburen, Gerrit van Honthorst, Jan Steen oder Adriaen Brouwer, den zeitgenössischen Standtpunkt vertreten Arbeiten von Maurizio Cattelan, Urs Fischer, Cindy Sherman, Juergen Teller oder Boris Mikhailov.
“Deftig Barock” ist vom 1. Juni bis zum 2. September 2012 im Kunsthaus Zürich zu sehen. Geöffnet ist Samstag, Sonntag und Dienstag von 10 bis 18 Uhr sowie Mittwoch bis Freitag von 10 bis 20 Uhr.







