Frank Höhne macht „Bock“

© 2011, Die Gestalten Verlag GmbH & Co. KG

Schräger Wortwitz, eine Menge Selbstironie und verblüffend simple Bilder – die „Bockumenta“ im Gestalten Space anlässlich Frank Höhnes Monografie „Book of Bock“ macht richtig Spaß. Die erste Einzelausstellung des Illustratoren sollte auch dem größten Kunstmuffel gefallen. Und garantiert jeder, der etwas Humor besitzt, wird zumindest schmunzeln müssen.
Sich selber nicht zu ernst zu nehmen und nicht lange darüber nachzudenken, was man tut, das sind Frank Höhnes kreative Prinzipen. Sein Stil ist eigenwillig und kratzbürstig. Seine skizzenhaften, dynamischen Zeichnungen gehen teilweise „unter die Gürtellinie“. Ein rabiater Umgangston und fluchen gehören zur Tagesordnung. Wenn er den Stift ansetzt, weiß er noch nicht, was am Ende dabei herauskommt. Höhne mag das, was auf dem Papier entsteht und was eben schiefgehen kann. Seine Werke entstehen Linie für Linie – was dabei herauskommt, wenn man hier oder dort nochmal ansetzt, wird sich zeigen. Er arbeitet schnell und intuitiv. Es ist der menschliche Alltag, nicht die Hochkultur, aus der der Künstler seine Inspiration schöpft: „Eine Darmspiegelung ist für mich achtmal mehr Input als ein Museum für angewandtes Irgendwas.“

Humor ist das Schlagwort dieser Ausstellung. Die persönliche Lässigkeit, sich nicht zu ernst zu nehmen, zahlt sich anscheinend aus. Höhne arbeitet u.a. für BMW Mini, Nike, Bild am Sonntag, Brigitte und NEON. Für seine Illustrationen hat er in den letzen drei Jahren Bronze und Silber bei den Lead Awards erhalten.

Frank Höhne: Book of Bock

Im „Book of Bock“ erzählt Höhne, warum es so schön ist, Illustrator zu sein. Ein Teil der im Buch abgebildeten Werke sind auch in der Ausstellung des Gestalten Space wiederzuerkennen. Neben Malerei und Zeichnungen sind auch von der Decke hängende Häckelpuppen oder ein „selbstgerauchtes“ Zigaretten-Mosaik zu sehen. Für die neuen Werke der Einzelausstellung hat sich der Künstler Papier und Untergründe gekauft und einfach losgelegt. Denn es geht nicht, wie es im „Book of Bock” steht, um die Fähigkeit, sondern die Idee zu haben. Höhne macht ganz offensichtlich nur Sachen, auf die er Bock hat.

Zu sehen in die Ausstellung noch bis zum 9. September im Gestalten Space. Weitere Infos hier.

Frank Höhne: Book of Bock. Gestalten, Berlin 2012. Engl., 160 S., vollfarbig, Hardcover, 29,90 €. ISBN 978-3-89955-456-4 Bei Amazon bestellen

Dieser Beitrag wurde unter Ausstellungen abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>