Inszenierung von Macht: Leni Riefenstahl

Leni Riefenstahl auf dem Kamerawagen, 1936

Kaum eine Künstlerin wurde so kontrovers diskutiert wie Leni Riefenstahl. Bis zu ihrem Tod 2003 bestritt sie, politisch in das NS-Regime verwickelt gewesen zu sein. Das Historische Museum Bielefeld nimmt ihr Lebenswerk kritisch unter die Lupe.

Wer Riefenstahl hört, denkt in den meisten Fällen zunächst an gestählte Körper durchtrainierter Sportler aus den Filmaufnahmen der Winter-Olympiade von 1936 oder die Dokumentation “Triumph des Willens” des 1933 in Nürnberg ausgetragenen Reichsparteitags von Adolf Hitler. Ihre neuartige Schnitt- und Filmtechnik trug maßgeblich zur gewünschten Selbstdarstellung des nationalsozialistischen Regimes und der damit verbundenen Ästhetik bei.

Die Ausstellung, die von den Kuratoren Ina Brockmann und Peter Reichelt erarbeitet wurde, betrachtet das Lebenswerk der 1902 geborenen Leni Riefenstahl – die ihre politische Involviertheit in das Regime der Nationalsozialisten bis zuletzt bestritt – kritisch und umfassend. So werden anhand zahlreicher Fotografien, Dokumentationen, Filmen und Briefen auch die Lebensstationen Riefenstahls als Tänzerin, Schauspielerin und Fotografin des sudanesischen Stammes der Nuba veranschaulicht. Die Dokumente machen jedoch auch deutlich, dass die Zusammenarbeit mit Hitler keineswegs ausschließlich auf künstlerischer Tätigkeit basierte.

Die Ausstellung “Leni Riefenstahl – Fotografie, Film, Dokumentation” ist noch bis zum 24. Juni im Historischen Museum in Bielefeld zu sehen. Geöffnet ist Mittwoch bis Freitag von 10 bis 17 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Es gibt ein Begleitprogramm für Jugendliche ab 14 Jahren.

Dieser Beitrag wurde unter 1205 "Macht", Ausstellungen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>