KUNST 1204 “Farbe” – Editorial

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Titelbild: © Mark Laita: Colored Songbirds, 2005 Laitas Fotografien sind noch bis zum 14.4. in der Galerie CAMERA WORK zu sehen, nähere Informationen auf S. 28.

„Nimm die Forsythien tief in dich hinein
und wenn der Flieder kommt, vermisch auch diesen
mit deinem Blut und Glück und Elendsein…“
(Gottfried Benn)

Frühlingssonne, Blühendes – warum rasten wir regelmäßig um diese Zeit des Jahres beinahe aus, wenn wir nach einem langen, harten Winter vom Sonnenlicht geblendet in den blauen Himmel schauen und die ersten knallgelben Krokusse und roten Tulpen leuchten?

Alles Evolution, sagt Karl Schawelka. Das ist natürlich nichts Neues, dennoch wirft er mit seinem Essay „Zur Biologie der Farbe“ in Bezug auf ein Thema, das kunstund kulturgeschichtlich schon jede Menge Traktate hervorgebracht hat, ganz grundsätzliche Fragestellungen auf: Was bedeuten bunte Farben, unabhängig von ihrer – immer kontextgebundenen – Funktion als kulturelle und psychologische Kommunikationsträger?

„Gerade wer, wie die meisten Kulturwissenschaftler, an den kulturellen Unterschieden interessiert ist, sollte allein aus logischen Gründen ein wenig genauer wissen, was das eigentlich ist, das da kultureller Differenzierung unterliegt.“ Zwar keinen Bienchen, Blümchen oder Menschenaffen, aber immerhin aufblasbaren Schwimmdelfinen begegnen Besucher der aktuellen Ausstellung der Galerie Abtart in Stuttgart.

Und um bei der Evolution zu bleiben: Der Schlüssel zum Erfolg liegt ja bekanntlich in der Anpassungsfähigkeit. Inwiefern Karin Abt-Straubinger damit umgeht, lesen Sie im Galerieprofil. Mit Farben hat der Herforder Unternehmer Heiner Wemhöner momentan eher weniger am Hut, bevorzugt er doch unter anderem Schwarz-Weiß- Fotografie. Im Sammlergespräch berichtet er von seinen Chinareisen und seiner Wahrnehmung der dortigen Kulturpolitik.

Ihre KUNST Magazin Redaktion

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