Milieustudien: Ulrike Seitz

Die junge Berliner Illustratorin Ulrike Seitz interessiert sich vor allem für Subkulturen und das kleinbürgerliche Umfeld, Dauercamper, Jäger oder schutzlose Nacktschnecken unter einer Horde von Laufenten. Ein ausführliches Portrait wurde diese Woche vom Jitter Magazin für Bildkultur online veröffentlicht.

Ihre vielschichtigen Figuren bewegen sich in Nischen der heutigen Konsumgesellschaft, sie sind vom Leben abgetrieben worden und wirken nun seltsam rückständig und obskur. Die subtile Komik der Zeichnungen bezieht sich auf den bissigen Humor der Satiremagazine der Nachkriegszeit und unterstützt das analytische Anliegen der Bilder. Gewissermaßen untersuchen ihre Arbeiten Möglichkeiten, sich einem fremdbestimmten Leben zu entziehen. Die Schrebergartenkolonie verkörpert für Ulrike Seitz beispielsweise die Flucht aus der Tristesse der Städte und des beengenden Alltags generell.

Formal lehnt die Künstlerin ihre Zeichnungen dabei an einen comicartigen Stil an, verzichtet jedoch meist auf Sprechblasen und lineare Erzählstränge. Durch Einschübe verschiebt sich die Narration ins Alogische, Leerstellen hinterlassen Fragen und inszenierte Fehler sollen den Betrachter bewusst provozieren. Ulrike Seitz legt bei ihren Zeichnungen Wert auf die Kontur, ihr Strich ist dabei locker und suggestiv. Die Gesetze der Dimensionen und der Perspektive scheinen oft in den Hintergrund zu treten.

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