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Art Forum Berlin 2010 / Foto: Jennifer Becker
Als im Sommer 2011 das kurzfristige Aus des Art Forum Berlin bekannt gegeben wurde, war die Empörung groß: Wie würde sich der Wegfall der wichtigsten Messe für zeitgenössische Kunst in Berlin auf die Beteiligten auswirken? Eine vom Landesverband Berliner Galerien (LVBG) initiierte Umfrage gibt darauf eine erste Antwort.
Dass mit 75 Prozent die überwiegende Mehrheit die Absage des Art Forum Berlin als falsch beurteilt, erscheint nicht überraschend, war sie doch wichtiger Anlaufpunkt für zahlreiche nationale wie internationale Sammler und Kuratoren und ein wichtiger Fixpunkt im Messeherbst. Knapp die Hälfte der 224 befragten (kommeriell ausgerichteten) Galerien gaben als Konsequenz negative Auswirkungen auf ihren Geschäftsbetrieb an, knapp 60 Prozent sind davon überzeugt, dass auch der Kunststandort Berlin nicht ohne Schaden davon gekommen ist.
Welche Messe wird also diese offenbar nachhaltig klaffende Lücke im Berliner Kunstherbst füllen? Es gäbe bereits Gespräche mit der Wirtschaftsverwaltung über ein neues Messe-Format, so Kulturstaatssekretär André Schmitz anlässlich einer Pressekonferenz am Dienstag. Für das laufende Jahr 2012 werden man dies allerdings nicht mehr stemmen können.
Doch das schnellstmöglich ein Ersatz geschaffen werden muss, tritt in der Auswertung der im Herbst vergangenen Jahres gestarteten Umfrage deutlich zu Tage. Denn nicht nur die Imagestärkung Berlins als internationaler und innovativer Kunststandort, sondern auch die Pflege von Geschäftsbeziehungen sowie die Organisation spezieller Events und Ausstellungen im Kunstherbst gaben die Befragten als bedeutende Faktoren des Art Forums an.
Klares Nein zur “Verbaselung”
Auch wenn sich mit 33,1 Prozent die Mehrheit für eine Durchführung des Art Forums nach altbewährter Art aussprach, ist für viele auch nach wie vor eine Verschmelzung mit der art berlin contemporary (abc) oder der Preview Berlin denkbar – und dass, obwohl die Gespräche zwischen der Messe Berlin und der art berlin contemporary bezüglich einer Zusammenarbeit im vergangenen Sommer gescheitert waren. Eine “Verbaselung” und Cliquenbildung innerhalb der Berliner Messe wird zu Gunsten einer unabhängigen, rotierenden und transparenten Fachjury abgelehnt.
Aus der Auswertung der Umfrage leitet der LVBG drei wichtige Forderungen ab: Die Wiederherstellung einer Berliner Messe für Gegenwartskunst im Herbst, die adäquate Ausstattung des Marketings der Messe und die Gewährleistung einer gebündelten Kommunikation seitens des Landes Berlin für den Kunstherbst, sowie das klare Bekenntnis von Stadt und Politik zum Standortfaktor Kunst.
“Berlin hat sich einen sehr guten Status als Kunststandort erarbeitet, der jetzt durch den Wegfall des Art Forums massiv geschädigt wurde”, so Werner Tammen, Galerist und Vorsitzender des LVBG. “Es gilt jetzt, die Kuh vom Eis zu holen – das sind wir Berlin schuldig”.

Frage nach der Zukunft einer Messe wie dem Art Forum / Diagramm: LVBG







