LOREDANA NEMES – UNDER GROUND

Einfühlsam porträtiert Loredana Nemes mit ihrer Kamera Menschen in der U-Bahn aus sechs verschiedenen Großstädten. Die in Rumänien geborene Fotografin interessiert sich für das Unspektakuläre des Alltags, dabei ergeben sich ungestellte und überraschende Ergebnisse. Es entstehen Momentaufnahmen mit hoher Authentizität, die Dargestellten setzen sich nicht selbst in Szene. Kleine Bildserien erzählen Geschichten über die Menschen auf den Fotos, Einzelaufnahmen unterstreichen die gewollte Isoliertheit, typisch für U-Bahnreisende auf der ganzen Welt.

Loredana Nemes: Underground, mit einem Textbeitrag von Karin Lelonek deutsch/englisch, ConferencePoint Verlag, Hamburg 2007. 112 S., 100 s/w-Fotografien, 35,- €.

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A Berlin Decade

Thiels Bilder sind eine einzigartige Refl exion über die Stadtlandschaft Berlins. Er beschreibt eine Architektur des Übergangs, die Herausbildung eines neuen politischen Raums innerhalb urbaner Strukturen. Sein eigentliches Thema ist das Unvollendete, er bevorzugt den Entstehungsprozess gegenüber dem Endresultat, verfolgt konsequent eine Ästhetik des Vergänglichen, der Veränderung. Diese Monografie versammelt alle wichtigen Werkgruppen seit 1995 zu diesem Thema.

Frank Thiel, A Berlin Decade 1995–2005, Hrsg.: Galería Helga de Alvear, Madrid, Sean Kelly Gallery, New York, Galerie Krinzinger Wien, Hatje Cantz 2006, 260 S., 158 Abb., deutsch/englisch, 49,80 €.

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the birth of graffiti

Als Jon Naar 1955 seine erste Fotokamera, es war eine Praktika, bekam, konnten weder er noch der Rest der Welt ahnen, dass er damit Geschichte festhalten würde. Im April 2007 erschien im Prestel-Verlag das Buch „the birth of graffiti“, welches auf 174 Seiten Naars beispiellose Bilder aus der Geburtszeit des „Writing“ – den sechziger und siebziger Jahren – beeindruckend darstellt. Sascha Jenkins Vorwort vermittelt einen wunderbaren Eindruck aus der Zeit, als Graffiti noch Sport und weniger Modeerscheinung war.

Jon Naar: the birth of graffiti, Prestel 2007, 174 S., 155 Abb., englisch, 19,95 €.

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Die Eroberung der Straße

Stadt- und Straßenbilder vom französischen Impressionismus bis zum deutschen Expressionismus bezeugen die Entwicklung der modernen Großstadt. Am Beispiel von Paris und Berlin wird der Begeisterung der Künstler für das neuartige Landschaftsbild und dem Zusammenhang mit den städtebaulichen Neugestaltungen der Metropolen nachgespürt. Gemälde, Lithographien, historische Fotografien, Pläne und Originalplakate beleuchten ein weites Panorama des modernen Lebens in den beiden Metropolen.

Die Eroberung der Straße. Von Monet bis Grosz, Hrsg.: Max Hollein, Vittorio Magnago Lampugnani, Karin Sagner, Matthias Ulrich, Hirmer Verlag, 2006, deutsch/englisch, 322 S., 240 Abb., 34,50 €.

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Romy

Ein Nachmittag in Paris 1964: Der Fotograf Will McBride trifft die Schauspielerin in einem kleinen Hotel, um Aufnahmen zu einem Interview für das legendäre Magazin twen zu machen. Er trifft auf eine Romy Schneider, wie die Welt sie liebt – geheimnisvoll, sinnlich, verspielt, ausgelassen, aber auch ernst mit traurigem Blick. Die s/w-Aufnahmen verschwanden danach für Jahrzehnte im Archiv. Durch Zufall wurden die Fotos wieder entdeckt und in diesem Bildband versammelt. Das Buch dokumentiert die Kompromisslosigkeit und Sinnlichkeit der Schauspielerin. Dazwischen findet man Zitate ihrer Freunde, Regisseure und Filmpartner, unter anderem auch von Alain Delon.

Will McBride: Romy – Fotografische Erinnerungen – Paris 1964, Knesebeck Verlag 2007, 160 S., 90 Abb., 19,90 €.

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Made in Germany

Im Mittelpunkt des Kataloges steht eine jüngere Künstlergeneration, die in Deutschland lebt und arbeitet. 52 Künstler, die zu den vielversprechenden Newcomern der internationalen Kunstszene gehören, werden mit einem Einblick ins Gesamtwerk vorgestellt. Nicht nur der Geburtsort und die Biografie der Künstler, sondern auch der Kontext des Produktionsortes ihrer Werke spielen für deren künstlerische Identität eine Rolle. Vorgestellte Künstler sind u.a. Candice Breitz, Nathalie Djurberg, Slawomir Elsner, Thomas Zipp.

Made in Germany, Aktuelle Kunst aus Deutschland, Hrsg. kestnergesellschaft, Kunstverein Hannover, Sprengel Museum Hannover Hatje Cantz 2007, 344 S., 278 Abb., deutsch/englisch, 38,- €.

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Ice Cream

Ice Cream, ein aktuelles Übersichtswerk zur jungen, zeitgenössischen Kunst, stellt 100 aufstrebende Künstler vor, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen. Ausgewählt wurden sie von 10 international anerkannter Kunstexperten. Das Ergebnis ist eine Ausstellung in Buchform, es zeigt Newcomer, die – so das Statement der Jury – die Stars von morgen sein werden.

Ice Cream – Contemporary Art in Culture, kuratiert von Sergio Edelsztein, Jens Hoffmann, Lisette Lagnado, Midori Matsui, Shamim Momin, Pi Li, Gloria Sutton, Olesya Turkina, Philippe Vergne und The Wrong Gallery, 448 S., 730 Abb., Phaidon Verlag 2007, 69,95 €.

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BERLIN

Das Buch dokumentiert die ganze Geschichte Berlins seit den Anfängen der Fotografie. Es ist ein Stadtporträt gelungen, das die sich ständig ändernde Atmosphäre in den vergangenen 150 Jahren zeigt. Bilder von mehr als 280 Fotografen umfasst die Bildersammlung: Henri Cartier- Bresson, Helmut Newton, René Burri, Robert Capa, Thomas Struth und Wolfgang Tillmans sowie bekannte Berliner Foto-Chronisten wie Friedrich Seidenstücker, Erich Salomon, Willy Römer und Heinrich Zille.

Hans Christian Adam: Berlin – Porträt einer Stadt, Taschen Verlag 2007, 672 S., deutsch/englisch/französisch, 49,99 €

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Am Ende…


ART BASEL: Nicole Hackert (Contemporary Fine Arts) freut sich.

ART BASEL: Nicole Hackert (Contemporary Fine Arts) freut sich.

…zählte die Art Basel mehr Besucher denn je (60.000) und die besten Verkaufsergebnisse aller Zeiten. Tatsächlich ‚brannte dort die Luft‘: verkaufte Arbeiten wurden hastig durch andere Werke ersetzt, Kunstsammler und Händler waren im Kaufrausch, Gesprächsfetzen wie „…das Limit liegt bei 200.000 Euro…“, oder „…dann nehmen wir gleich die ganze Serie“ waren Normalität. Fotos der Berliner Galeristen auf der ART Basel, der VOLTA SHOW und der LISTE Basel finden sie auf www.kunstmagazinberlin.de

 

Nach der Messe ist vor der Messe

2006 verzeichnete die Mutter der Berliner Kunstmessen 41.000 Besucher und Rekordumsätze. Für 2007 zeigt sich das 12. ART FORUM BERLIN mit einer neuen Corporate Identity: Die Farbe des Logos wandelt sich fortan jedes Jahr, wie auch der Untertitel: ‚About Beauty‘ heisst es für 2007. About Beauty nimmt als ‚Marke‘ Bezug auf die ‚Schlagworte der Kunstgeschichte der letzten Jahrzehnte‘ und stellt diese in Frage. Die Farbe des Jahres ist Pink. Opening: 28.9., Laufzeit: 29.9. –3.10.2007. www.art-forum-berlin.de

 

Preview – ready for take off

Die von Galeristen für Galeristen veranstaltete 3. Preview Berlin – The Emerging Art Fair wächst weiter. In diesem Jahr wird sie im Hangar2 des Flughafens Berlin Tempelhof stattfinden, bietet 4.200 m2 Ausstellungsfläche, über 600 m2 Empore und wird überdacht von einer luftig wirkenden Stahlkonstruktion – in 18m Höhe. Ein traumhafter Ort für rund die 57 Galerien und Projekträume aus dem In- und Ausland. Opening: 27.9., Laufzeit: 28.9. –1.10.
www.previewberlin.de

 

Kunstsalon schreibt Kunstgeschichte

Dr. Christoph Heinrich berichtet in dem jüngst vom Hatje Cantz Verlag veröffentlichten Buch ‚Was ist gute Kunst‘ über seine Enddeckung eines Bildes von Jonas Burgert auf dem Berliner Kunstsalon. Es habe ihn regelrecht umgehauen und er erwarb die Arbeit ‚Milch bleichen‘ für die Sammlung der Hamburger Kunsthalle. Die Bewerbungsphase zum 4. Berliner Kunstsalon für Galerien und andere Kunstprojekte ist noch nicht abgeschlossen. Der Katalog wird erwartungsgemäß wieder grandios gestaltet sein. Opening: 28.9., 29.9.–2.10. www.berliner-kunstsalon.de

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Street Art Festival „beseelt“ die Stadt Backjumps – The Live Issue // Urbane Ästhetik als Magazin im


Adrian Nabi

Adrian Nabi

Foto: Tristan Walkhoefer

Ramona Hall

Berlin ist nicht nur hip und günstig und momentaner Tummelplatz der europäischen Kunst, sondern bildet mit seiner besonderen Architektur aus vielen Betonmauern, Brandfassaden und leerstehenden Gebäuden auch den derzeitigen Mittelpunkt der europäischen Street Art Szene. In diesem Monat widmet sich zum dritten und leider letzten Mal das Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt Backjumps – The Live Issue den internationalen Entwicklungen der Street Art auf einmalige Weise.

Die Basis bildet erneut die zentrale achtwöchige Ausstellung im Kunstraum Kreuzberg/Bethanien mit ihrem Netzwerk kooperierender Projekte und Galerien, die thematisch vereint die Stadt zu einer lebendigen Druckversion des damaligen Backjumps-Magazins werden lassen.

Stärker als bei der mit über 17.000 Besuchern gut besuchten Ausgabe im Jahr 2005, setzt Backjumps in diesem Jahr auf die qualitative Vermittlung. So können Interessierte und Begeisterte ausgerüstet mit Notizblock und Wörterbuch mit den Künstlern Bronco und Gould um den Kiez ziehen, mit Akim eine Fahrradtour machen und sogar eine Kreuzberg-Kneipenklo-Tour ist im Programm. Für Senioren und Kinder gibt es spezielle Workshops und wer sich lieber theoretisch mit dem Thema auseinandersetzt, findet spannende Vorträge und Diashows im Programm.Wir haben uns mit dem Kurator Adrian Nabi über das Festival und seine Tätigkeit dabei unterhalten.

Adrian, du warst Straßenkind, Herausgeber eines Graffiti Magazins, Manager von Hip Hop Künstlern und bist jetzt Kurator Urban Art- Kunstprojektes geworden. Wie siehst du dich in dieser Rolle und was sagst du zur Kunstszene?

Ich hab kein Problem mit der Kunst, nur hat sie bei mir keinen großen Stellenwert. Sie ist ein Weg der Kommunikation, aber für mich als Streetkid und Nicht-Akademiker, ist sie oft zu weit entfernt. Kunst muss die Leute berühren, ein Problem der meisten Institutionen ist, dass sie zu wenige Leute erreichen und nicht jeder versteht, was gemeint ist. Wenige gehen absichtlich in Galerien und Museen, denn Kunst ist Luxus in der heutigen Zeit, wenn alles schneller wird und jeder gestresst ist.

Wie bist du dann zu so einer Ausstellung, die sogar Sponsoren anzieht, gekommen?

Ich hab mir nie ausgesucht, Kurator zu werden. Wenn ich einen Film schiebe und für mich eine bestimmte Notwendigkeit besteht, dann gehe ich raus und suche mir die Leute dazu.
Meine Aufgabe ist es, den Künstlern Raum zum freien Ausdruck zu schaffen und dabei lerne ich auch zuzulassen. Man kann eine Ausstellung designen aber das will ich nicht. Durch gegenseitigen Respekt und Kenntnis entsteht ja schon ein Anspruch, mehr als ein bisschen pushen will ich keinen Künstler. Ich nutze den Kunstbetrieb und die Institution als Werkzeug um zu kommunizieren, aber es ist wichtig, dass Projekte weiterhin draußen passieren, ich will die Leute direkt erreichen, z.B. wie mit den Brandfassaden visuelle Oasen schaffen. Da braucht man allein schon fürs Gerüst Geld. Dabei muss ich Kompromisse eingehen.

Parallel zur temporären Ausstellung entstehen während des Festivals auch dauerhafte Kunstwerke, wie zum Beispiel das „Brandfassadenprojekt“, ein persönlicher Zögling des Kurators, welcher seinen Traum verwirklichen möchte, in den nächsten 10 Jahren eine einzigartige bunte Brandfassadenkultur für die Stadt zu schaffen.

Wenn ich die Möglichkeit habe, drei Fassaden in einem Kiez zu machen, wovon zwei an Spielplatzsituationen liegen und z.B. Nike das Geld zur Verfügung stellt, sich aber völlig zurück nimmt, dann mach ich das doch. Wo steht großartig, dass sie unser Sponsor sind? Sieht man irgendwo das „swoosh“ (Nike-Logo) auf unserer Ausstellung? Und nachher redet keiner mehr drüber aber die Brandfassaden bleiben. Diese Sichtweise habe ich inzwischen gelernt.
Es ist aber auch nicht so, dass ich alles annehme, ich hab auch meine Werte und muss mit mir auch schon oft Kompromisse machen und ausloten, wie weit ich gehen kann. Im Endeffekt würde ich auch gern Projekte ohne die Industrie völlig frei umsetzen, aber ab einem gewissen großen Rahmen geht das nicht mehr.

Im Kunstmarkt, mit dem viele unserer Leser ihr Leben bestreiten, geht es aber oft knallhart um Profite. Kommen zu eurer Ausstellung auch Kaufinteressenten und Talententdecker?

Dem Kunstmarkt geht es um Geld und jeder wäre gerne Entdecker von so einem Künstler der so viel umsetzt wie jetzt „Banksy“, einer der ersten „Street Art-Künstler“, der vor kurzem die 100.000 Euro Marke überschritten hat. Deshalb sehen sich die Leute im Moment andere Künstler aus der Szene an und schauen, was es da noch so gibt. Es gibt Leute in meinem Alter, die auch mit der HipHop Kultur aufgewachsen sind, die haben im Gegensatz zu mir Geld und kaufen sich lieber solche Künstler, weil sie kulturell näher an ihnen dran sind als an Penck oder Baselitz. Wir bei Backjumps aber verkaufen nichts, der Künstler bekommt natürlich bei uns eine Plattform geboten, um sich zu präsentieren und vielleicht ergibt sich daraus etwas für ihn.

Trotz aller Berühmtheit in der HipHop Szene und in Berlin bist du selbst Hartz 4 Empfänger. Willst du kein Geld verdienen?

Es ist nicht so, dass ich kein Geld machen will, das Problem ist nur, wie lang hab ich Spaß und kann dahinter stehen? Geld ist schnell ausgegeben und wenn alles weg ist, will ich auf Spaß zurückblicken und nicht auf Scheiße. Es muss sich bei mir im Herzen gut anfühlen und ich muss ne gute Zeit damit haben. Ich bereichere mich nicht, also muss ich mich nicht rechtfertigen. Leider kenne ich keine Leute, die Geld für Kunst haben. Deshalb bleibe ich bei dem was ich kann: Ideen entwickeln und sie ausleben. Und zurückschauend hab ich bei ’ner Menge Projekte Akzente gesetzt. Auch mit dem Backjumps-Magazin damals. Das kann mir keiner nehmen, auch wenn ich manchmal meinen letzten Cent in diese Projekte gesteckt habe. Aber ich hab auch Leute im Team, die müssen Geld verdienen, die arbeiten 8-10 Stunden am Tag, da muss was reinkommen, schließlich verkaufen wir nichts, wir verlangen keinen Eintritt und Führungen und Vorträge sind umsonst. Die Künstler wollen im Hotel wohnen und Material brauchen wir auch. Aus diesem Grund die wenigen zusätzlichen Sponsoren. Es ist das letzte Mal, dass der Hauptstadt Kulturfonds uns fördert, aber ich bin froh, dass es überhaupt so weit gekommen ist.

Programm und weitere Informationen unter:
Backjumps
Öffnungszeiten der Ausstellung: täglich 12–19h
Kunstraum Kreuzberg/Bethanien, Mariannenplatz 2,
10997 Berlin, Tel.: +49-(0)30-90298-1455
bethanien@kunstraumkreuzberg.de
Kunstraum Kreuzberg

 

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