True Romance – Allegorien der Liebe


Abbildung veröffentlicht in KUNST Magazin Ausgabe Mai 2008

Der umfangreiche Katalog zur Ausstellung True Romance zeigt die vielfältige Darstellung der Liebe in der bildenden Kunst. Von der Antike bis zum „Chatroom der Liebe“ werden epochenübergreifend rund 130 Werke von über 80 KünstlerInnen vorgestellt. Dabei erwarten den Leser nicht nur von Amors Pfeil getroffene, in Liebesspiele und Harmonie versunkene Paare, sondern auch Allegorien auf die Schattenseiten des großen Gefühls. Ausstellungen: Kunsthalle Wien, Villa Stuck, München, Kunsthalle zu Kiel, 2008.

Belinda Grace Gardner (Hg.): True Romance – Allegorien der Liebe von der Renaissance bis heute. Deutsch/englisch, DuMont, Köln 2007. 248 S., 120 meist farb. Abb.

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Martin Eder – Die Armen


Abbildung veröffentlicht in KUNST Magazin Ausgabe Mai 2008

Bisher war Martin Eder vor allem durch seine Malerei und Installationen bekannt. Seine Ausstellung „Die Armen“ zeigt nun großformatige fotografische Frauenakte vor schwarzem Hintergrund. Es sind Bilder, die „eine gläserne Präsenz, eine Schärfe besitzen, fast eine Unmenschlichkeit. Obwohl das, was zu sehen ist, ganz organisch und weich ist“. Einen interessanten Einblick in Eders Herangehensweise an die Aktfotografie und sein fotografisches Werk bietet das im Fotoband veröffentlichte Gespräch zwischen dem Künstler und dem Autor Helmut Ziegler. Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim bis 15. Mai 2008

Helmut Ziegler (Hg.): Die Armen. Englisch/deutsch, Prestel Verlag, München 2008. 128 S., 120 Farbabb., gebunden, 39,95 €,
ISBN 978-3-7913-4027-2

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Traum vom Süden – Die Niederländer malen Italien


Abbildung veröffentlicht in KUNST Magazin Ausgabe Mai 2008

Der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung versammelt ausgewählt schöne
Bilder von Italien mit sonnenerfüllten Landschaften. Auf dem Umweg über die Niederlande wird der Betrachter auf eine virtuelle Reise in den Süden eingeladen. Die holländischen Maler folgten der Erkenntnis, dass sie das Sehnsuchtsmotiv am besten erspüren konnten, wenn sie Licht auf ihrer Leinwand darstellten. Das Betrachten der Gemälde von Jan Asselijn, Jan Both, Adam Pynacker u. v. a. erzeugt Freude und damit Lust am kontemplativen Schauen.

Renate Trnek (Hg.): Traum vom Süden. Die Niederländer malen Italien. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2007. 348 S., 107 Farbabb., 24,8 x 28,6 cm, gebunden

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Schrecken und Lust – Die Versuchung des heiligen Antonius


Abbildung veröffentlicht in KUNST Magazin Ausgabe Mai 2008

Die Antonius-Legende wird in der Kunst über die Jahrhunderte hinweg immer wieder neu dargestellt. Ursprünglich war es ein christliches Motiv, das die Standhaftigkeit des verführten, bedrängten und gequälten Eremiten verdeutlichte. Später, so etwa bei Hieronymus Bosch, offenbarte sich bereits eine Lust an der Darstellung des Grausamen und Entsetzlichen. Mit erfindungsreicher Detailliertheit malte er eine apokalyptische Welt voller Dämonen und grässlicher oder drangsalierter Wesen. Auch Salvador Dali, Otto Dix und Max Ernst setzten das Thema eindrucksvoll um.

O. Westheider, M. Philipp (Hg.): Schrecken und Lust. Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Bucerius Kunstforum Hamburg (bis 18.5.). Hirmer Verlag, München

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Liebe.Love – Bilder von Paaren


Abbildung veröffentlicht in KUNST Magazin Ausgabe Mai 2008

Liebe.Love.Paare zeigt ein allgegenwärtiges und jedem vertrautes Sujet. Von der klassischen Moderne über die Kunst der 1960er bis 1980er Jahre bis zur Gegenwart widmet sich die Ausstellung den vielfältigen Paardarstellungen und ihrer Bedeutung für Kunst und Gesellschaft. Der anschauliche Katalog mit zahlreichen Textbeiträgen präsentiert rund 100 Werke aus bedeutenden Museumssammlungen und Privatbesitz, u. a. von Künstlern wie Max Beckmann, Otto Dix, George Grosz, Karl Hofer und Käthe Kollwitz. Ausstellung im Kulturspeicher Würzburg, Gustav-Lübcke-Museum Hamm und Ulmer Museum, Ulm, 2007–2008

Beate Reese (Hg.): Liebe.Love.Paare. Kerber Verlag, Bielefeld 2007, 200 S.,136 Farb- und 33 S/W-Abb., Hardcover, 29,95 €, ISBN 978-3-86678-078-1

 

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Amedeo Modigliani – Erotische Skizzen


Abbildung veröffentlicht in KUNST Magazin Ausgabe Mai 2008

Lust, Alkohol, Frauen und Armut prägten den in Paris lebenden italienischen
Maler und Bildhauer Amedeo Modigliani (1884–1920). Dieses liebevoll
gestaltete Skizzenbuch präsentiert über 30 seiner Aktzeichnungen, die durch ihre Anmut und Reinheit nichts von seinem unruhigen Leben erahnen lassen. Hat man die kleine Schleife des Buchs geöffnet, offenbart sich ein „ästhetischer Hymnus auf die Schönheit des weiblichen Körpers, ja, auf die Schönheit überhaupt“.

 

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NEU: KUNST KINDERSEITE


Eric Rondepierre: „La Foule“

Eric Rondepierre: „La Foule“

Abbildung veröffentlicht in KUNST Magazin Ausgabe Mai 2008

Eric Rondepierre – „Umkehrungen“
Kinderworkshop: Zwei Geschichten finden zueinander

Eric Rondepierre ist im Moment einer der bekanntesten Künstler in Frankreich. Und das hat er bestimmt mit euch gemeinsam: Er liebt Filme! Es fasziniert ihn, dass ihre Bilder niemals stillstehen, sondern immer in Bewegung sind. Stellt euch vor, im Kinofilm ziehen 24 Bilder in nur einer Sekunde an euren Augen vorbei. Viele einzelne Bilder ergeben aneinandergereiht einen Filmstreifen – wie die vielen Glieder eines Regenwurms. Besonders die ganz alten Filmsteifen haben es Rondepierre angetan. Gerade diejenigen, auf denen sich schon durch die Feuchtigkeit in der Luft Blasen gebildet haben. Filmfan Rondepierre kombiniert die Filmbilder mit Fotos und Schriftstücken und legt sie übereinander. Aus zwei Einzelbildern, die im Film aufeinander folgen, fügt er jeweils eine Hälfte zu einem neuen Bild zusammen. Diese Technik heißt Montage. Im Workshop in der Villa Oppenheim entstehen unter eurer Regie Geschichten. Aus diesen sucht ihr euch zwei Momente aus und malt sie. Dann fügt ihr die Ausschnitte auf einem vorgefertigten „Filmrahmen“ zusammen.

Der Workshop für Kinder ab 6 Jahren findet am 25.5. statt.

Anmeldung unter 030 – 90 29 24 15 1. www.villaoppenheim.de

 

Junior 05. Die vier Elemente:
Wir illustrieren ein Bilderbuch

Was fällt euch ein, wenn ihr an Feuer, Wasser, Luft und Erde denkt?
Schon vor über 2000 Jahren glaubten die großen Denker in Griechenland, dass diese vier Elemente die Grundbausteine der Erde und allen Lebens sind. Da uns die Elemente immer umgeben, haben sie auch eine starke Wirkung auf unser Denken und Fühlen. Die Menschen begannen schon vor langer Zeit, ihnen bestimmte Farben und sogar Charaktereigenschaften zuzuordnen. Hinter den Elementen versteckt sich also reichlich Stoff für Geschichten. Schwirren bei euch auch Bilder und Ideen bei den Worten „feuerrot“ und „leise wie der Wind“ durch den Kopf? Dann wird es Zeit, sie für die Ewigkeit festzuhalten! Wie wär’s in einem Bilderbuch? Im Workshop der C/O Berlin gestaltet ihr euer eigenes Bilderbuch zu den vier Elementen. Doch woher kommen Bildergeschichten überhaupt? Wann wurden die ersten gemalt, und warum? Gemeinsam mit der Buchillustratorin Tina Nagel könnt ihr euch unterschiedliche Bilderbücher anschauen. Sie zeigt euch auch, wie sie eine Bildergeschichte zum Buch macht. Dann seid ihr dran! Ihr könnt euch eure eigene Geschichte ausdenken und die Bilder dazu malen. Wer möchte, kann sie auch den anderen vorlesen. Zum Schluss werden alle Seiten gebunden – fertig ist euer Bilderbuch!

Der Workshop findet am 24. und 25. Mai in der Galerie C/O Berlin statt und wird von Tina Nagel, der Pädagogin Jacqueline Lüthke-Pott und Stephan Koal betreut. Alle BilderbuchmacherInnen ab 6 Jahren können sich unter 030 – 28 09 19 25 anmelden.

 

Glamour! Das Girl wird feine Dame

Was haltet ihr von der Dame oben auf dem Bild?
Sieht sie nicht raffiniert und irgendwie unnahbar aus in ihrem langen, eleganten Kleid? Das ist die Schauspielerin Marlene Dietrich, die in den frühen 1930er Jahren als erste Deutsche ein berühmter Filmstar in Hollywood wurde.
Habt ihr Lust auf eine Zeitreise in die 1920er und frühen 1930er Jahre? Das ist die Zeit der Weimarer Republik, und da war einiges los in Deutschland! Krise und Aufschwung lagen dicht beinander. Wenn es politische Veränderungen in einem Land gibt, spiegelt sich das natürlich auch bei den Menschen wieder. Um sich einerseits von dem Trubel und andererseits vom grauen Alltag abzulenken, gingen die Leute damals massenhaft ins Kino! Auf der Leinwand herrschte die glamouröse Welt der Stars. Mode- und Filmzeitschriften setzten die Schauspielerinnen schillernd und elegant in Szene.
Viele Frauen waren von dem neuen coolen weiblichen Stil begeistert und wollten auch so aussehen und so sein wie die Diven aus Hollywood. Die „feine Dame“ war das Vorbild überhaupt!

Im Georg-Kolbe-Museum könnt ihr bis zum 12. Mai Zeichnungen, Fotos, Filmausschnitte, Kleider, Filmposter und, und, und voller Glamour bestaunen! Die Künstlerin und Kunstpädagogin Bettina Bechen erzählt euch von der großen Zeit des Films. Wie denkt ihr, sollte ein Filmstar aussehen und sein? Gestaltet eine Collage, denkt euch Outfits aus oder schreibt einen Brief an euren Filmstar!

Die Führung mit Workshop kann für alle Klassenstufen mit individuellen Themenschwerpunkten unter 030 – 24 74 98 89                                                (www.kulturprojekte-berlin.de) gebucht werden.

 

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Mr. Olbricht’s Pleasure in Art


M. Schleime: Rockers Island, 2006

M. Schleime: Rockers Island, 2006

Öl auf Leinwand, 170 x 140 cm. Sammlung Thomas Olbricht, Courtesy: wendt+friedmann galerie, Berlin
Abbildung veröffentlicht in KUNST Magazin Ausgabe Mai 2008

Text: Agathe Power

Already his great uncle, Karl Ströher, was an important collector. Thomas Olbricht owns one of the largest collections of art in Europe, boasting over 2500 objects. The most renowned part of this collection consists of works of contemporary art. The Herr Professor with more than one PhD does not merely collect objects of art, he exhibits them with great success. Construction work on his museum in the Auguststrasse is well underway.

In his opinion, a life without culture is impossible to imagine and it would not be much worth living. Surrounding yourself with art allows you to find peace for reflection. His mission is to interest more people in art on a level at which art can be understood without too much explanation.

Mr Olbricht, what is currently your favourite picture?
Right now my favourite works of art are, firstly, an oil painting by Moritz Scheime entitled “Rockers Island” that seems to tell so many stories, and, secondly, a still life by Sebastian Stoskopff called “Bread, a carafe of wine, an upturned ‘roemer’ and a crayfish on a plate, circa 1640”.

What does the pleasure in collecting mean to you?
I always think of the connection between the yearning to see, yearning itself, and the yearning that occurs when looking at works of art. In addition, one feels a slight sense of frustration followed by more pleasure and passion. This mixtura miraculis is my elixir of life.

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Herrn Olbrichts Lust an der Kunst


M. Schleime: Rockers Island, 2006

M. Schleime: Rockers Island, 2006

Öl auf Leinwand, 170 x 140 cm. Sammlung Thomas Olbricht, Courtesy: wendt+friedmann galerie, Berlin
Abbildung veröffentlicht in KUNST Magazin Ausgabe Mai 2008

Text: Agathe Power

Schon sein Großonkel Karl Ströher war ein bedeutender Sammler. Thomas Olbricht besitzt mit über 2500 Objekten eine der größten Kunstsammlungen Europas. Den bekanntesten Teil der Kollektion bilden Werke zeitgenössischer Kunst. Der Professor mit mehreren Doktortiteln sammelt Kunstobjekte nicht nur, sondern stellt diese mit großem Erfolg auch aus. Inzwischen sind die Bauarbeiten an seinem Museum in der Auguststraße in vollem Gange. Ein Leben ohne Kultur wäre seiner Meinung nach unvorstellbar und zu einem wesentlichen Teil nicht lebenswert. Sich mit Kunst zu umgeben, heißt Ruhe zum Reflektieren zu finden. Thomas Olbrichts Mission: mehr Menschen für Kunst zu interessieren auf einer Basis, auf der diese ohne viele Erklärungen verstanden wird.

Herr Olbricht, was ist das Ihnen derzeit liebste Bild?
Meine derzeit liebsten Kunstwerke sind ein viele Geschichten erzählendes Ölbild von Moritz Schleime mit dem Titel „Rockers Island“ und ein Stillleben von Sebastian Stoskopff mit dem Namen „Bread, a carafe of wine, an upturned ,roemer’ and a crayfish on a plate, ca. 1640…

Was bedeutet Ihnen die Lust am Sammeln?
Ich denke immer wieder an die Verknüpfung von Sehsucht, Sehnsucht und Sucht beim Betrachten der Kunstwerke. Dazu kommt eine Brise Frust und noch mehr Lust und Leidenschaft. Diese Mixtura Miraculis ist mir ein wichtiges Lebenselixier.

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Die Lust auf frische Farbe


Foto: Galerie meisterschueler

Foto: Galerie meisterschueler

Abbildung veröffentlicht in KUNST Magazin Ausgabe Mai 2008

Text: Katharina Helwig

Dass ursprünglich auf einer Vernissage den Bildern mit dem Auftragen des Firnis (frz.: Vernis) der letzte Schliff gegeben wurde, hatte einen sehr sinnlichen Nebeneffekt: Der Geruch von Harz und Öl durchzog den Raum; fast konnte der Besucher glauben, er befände sich im Atelier des Künstlers. Eine lustvolle Erfahrung, die man in der Galerie meisterschueler alle Tage machen kann. „Hier ist jeden Tag Vernissage“, erklärt Carol Thiele, Gründerin und Leiterin der außergewöhnlichen Galerie. In den vor kurzem bezogenen Räumen an der Spree arbeiten Meisterschüler aus Berlin und Künstler aus aller Welt in dem galerieeigenen Atelier und stellen ihre gerade vollendeten Werke in den lichtdurchfluteten Räumen aus.

Die Galerie meisterschueler liegt direkt über dem angesagten Restaurant Grill Royal und bietet neben ihrem eigenwilligen Konzept, einem Café, emsigen Künstlern und der charmanten Leiterin einen bestechenden Panoramablick über die Spree, vom Bodemuseum bis zum ARD-Hauptstadtstudio. Mitten im Mitte-Trubel eine Oase der Ruhe. Zeit für sich und die Kunst. Stundenlang vor einem Bild sitzen, Zeit zum Nachdenken: undenkbar in üblichen Galerien, die in der Regel keine Sitzgelegenheiten vorsehen. Carol Thiele brüht Kaffee und nimmt beiläufig jegliche Galerien-Schwellenangst.

Das KUNST Magazin Berlin fragte Carol Thiele und ihre Meisterschüler, was „Lust“ für sie bedeutet:

Carol Thiele:
Meine Lust an der Arbeit besteht darin, den gängigen Kunstmarkt etwas aufzurütteln, dessen Arroganz zu nehmen. Schikimicki-Vernissagen und Messen empfinde ich teilweise als überflüssig und oft auch als Selbstbeweihräucherung. Es soll doch um die Kunst gehen, die Lust an Farben und Ausdruck. Die Kunst schafft eine Sphäre der Freiheit und Lust, in der unsere Empfindungen einmal nicht reguliert werden. Jeden Tag freue ich mich, meine neue Idee weiterzutreiben und die Lust und Freude an Kunst an eine größere Bevölkerungsschicht zu verbreiten. All die zahlreichen Museumsbesucher sollen die Chance bekommen, auch eigene Originale zu erwerben, und damit können die Künstler auch weiter ihrer Lust und Berufung folgen.

Norman Sandler:
Meine persönliche Art, mich mit der Welt auseinanderzusetzen und mir Aspekte dieser anzueignen, war schon immer bildhaft. Insofern ist gestalterisches Handeln für mich ebenso Lust wie innere Notwendigkeit. Ich mache Bilder aus Bildern, entwickle meine subjektive Bildwelt in Anlehnung und Auseinandersetzung mit den uns umgebenden Bildern des täglichen Lebens. Das Bedürfnis, sich ein Bild zu machen, und die Lust am Gestalten sind zwei Aspekte desselben Prozesses, die eng miteinander verbunden sind.

Birgit Borggrebe:
Lust beim Malen … Es ist das Erleben, meine ganze Emotion in ein Bild einzubringen, und das Hineinspüren in mein Bild – und meine ganze Emotion darin wiederzufinden. Ich, aus der Architektur kommend – dort ist alles bodenfest –, finde in der Malerei das Bodenlose und das Spiel mit Farben, und das Spiel der Farben untereinander. Ich lasse sie tanzen, und es gibt immer wieder Überraschungen, wenn sie verschwinden neben der einen und leuchten in der Symbiose mit der anderen Farbe. Ein Experiment, das mir manchmal den Atem nimmt, mich für einen Moment in den Rausch verfallen lässt, in Kopf und Seele frei zu sein.

Anja Leu:
Ich habe immer wieder Lust auf das Unbekannte, die Lust auf etwas, das es vorher so noch nicht gab. Das heißt, es ist für mich auch immer wieder ein Sprung ins kalte Wasser. Wenn es ums Malen geht, werde ich zum Spieler, der immer wieder aufs Ganze setzt. Dass ich dabei auch alles verlieren kann, nehme ich in Kauf. Hinzu kommt eine Art Workaholismus, der mich am glücklichsten sein lässt, wenn ich in Arbeitssachen steige und meiner Arbeitswut freien Lauf lasse.

Die Kaffeetasse ist leer, die Eindrücke hallen nach. Lust: Das ist Motor und Obsession, Notwendigkeit und Glück, Mut, Inspiration und Kompromisslosigkeit. Der Treibstoff? Terpentinöl und Kaffee.

 

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