Internationales KUNST Magazin Sammlergespräch: Gilles Fuchs und Thomas Olbricht im me Collectors


Forum im Me Collectors Room.

Forum im Me Collectors Room.

Foto: Gespräch über Chinesische Gegenwartskunst im Oktober 2010. (c) me Collectors Room, Abbildung erschienen im KUNST Magazin Doppelausgabe Dezember 2010 Januar 2011

Das Kunstmagazin veranstaltet in Kooperation mit dem me Collectors Room in diesem Jahr internationale Sammlergespräche in den Räumen von Thomas Olbricht. Als ersten Gast erwarten wir Gilles Fuchs, Collection Marie-Françoise und Gilles Fuchs, Präsident der ADIAF (Association pour la Diffusion de l’Art Français). Das Gespräch bildet ausserdem den Auftakt von “Berlin-Paris”, einem Austausch von Berliner und Pariser Galerien, der am 14. – 15.1.2011 in Berlin stattfindet.

Gilles Fuchs hat seit den 1960′er Jahren seine private Sammlung zeitgenössischer Kunst aufgebaut. Er engagiert sich dabei besonders für die zeitgenössische Kunstszene Frankreichs. Ein Bild von René Magritte erwarb er im zarten Alter von 18 Jahren. Gilles Fuchs sagt über seine Tätigkeit als Kunstsammler: „Être collectionneur, c’est se mettre en état de grande disponibilité mentale.″ (Gilles Fuchs) „Sammler zu sein bedeutet, zu einem großen geistigen Einsatz bereit zu sein.“

Gilles Fuchs hat als Präsident der ADIAF bereits vor über 10 Jahren den Marcel Duchamp Preis ausgelobt. Jedes Jahr bekommt ein französischer oder in Frankreich lebender Künstler, neben einer Einzelausstellung am Pariser Centre Pompidou, den mit 35.000 Euro dotierten Preis, der von einer internationalen Jury vergeben wird.

Der me collectors room wurde im Mai 2010 als Neubau in der Berliner Auguststrasse eröffnet und zeigt seitdem die Olbricht Collection in wechselnden Ausstellungen. Vor über 25 Jahren hat Thomas Olbricht, der Chemiker, Arzt und Professor der Endokrinologie, begonnen Kunst zu sammeln. Die Sammlung beinhaltet neben zeitgenössische Arbeiten auch Werke aus dem 16.–18. Jahrhundert, der klassischen Moderne und ausgewählte Jugendstilobjekte.

Jan Kage moderiert das Gespräch mit beiden Sammlern in englischer Sprache.

Donnerstag, 13. Januar 2011 um 19 Uhr
Eintritt frei.

me Collectors Room Berlin, Auguststr. 68, 10117 Berlin
www.me-berlin.com

Um Anmeldung per E Mail wird gebeten:
collectors@kunstmagazin.de

Das Sammlergespräch ist der Auftakt von „Berlin-Paris“, einem Austausch von Berliner und Pariser Galerien, der am 14.–15.1.2011 in Berlin stattfindet sowie der Beginn einer Reihe von internationalen Sammlergesprächen, die in Kooperation mit dem Kunstmagazin im me Collectors Room stattfinden wird.

 

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Galerieprofil: Galerie Christian Nagel „Kunst sollte intelligent und vom Mainstream abgehoben sein“


Keren Cytter, Mai Thai University, 2010

Keren Cytter, Mai Thai University, 2010

“hard drinking” als Seminarinhalt. Wer sich 48 Stunden bei von Alkoholexzessen genährten Diskussionen und kreativem Schreiben bewährt, erhält das Diplom der Mai Thai University.
Ausstellungsansicht, Courtesy: Galerie Christian Nagel, Foto: Ludger Paffrath

Hannah NehbChristian Nagel ist Galerist geworden, um sich nicht von anderen vorschreiben lassen zu müssen, welche Ausstellung er zu machen habe. Sondern um bei Ausstellungen eigene Wünsche realisieren zu können. 1986 bot sich dem Kunsthistoriker diese Chance in München. Zusammen mit Matthias Buck leitete er zwei Jahre lang die Galerie Dürr und zeigte in dieser Zeit u. a. Martin Kippenberger, Franz West und Heimo Zobernig. Weiterlesen
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KUNST Magazin Sammlergespräche: Manfred P. Hermann


Manfred P. Hermann im Gespräch mit Yanek

Manfred P. Hermann im Gespräch mit Yanek

in der Bar Tausend am 4. November 2010, Abbildung erschienen im KUNST Magazin Doppelausgabe Dezember 2010 Januar 2011

Jan Kage, Franczeska GutschManfred P. Hermann ist Steuerberater und zugleich Kunstsammler. Das ergänzt sich perfekt, denn die Mandanten seiner Steuerkanzlei H/P/T/P sind vorwiegend Galeristen und Kunstschaffende. Gemeinsam mit seiner Frau Burglind-Christin Schulze-Hermann sammelt er seit über 25 Jahren zeitgenössische Malerei, Fotografie und Skulptur. Zu Hause und in seiner Kanzlei sind in erster Linie Arbeiten von Berliner Künstlern zu sehen, dazu zählen u. a. Daniel Richter, Jonathan Meese, John Bock, Artists Anonymous, Philip Grözinger und Birgit Dieker. Weiterlesen

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Eliten in der Kunst


In der Forgotten Bar, die Künstler brütend überm Schachbrett

In der Forgotten Bar, die Künstler brütend überm Schachbrett

Foto: Jennifer Becker, Abbildung erschienen im KUNST Magazin Doppelausgabe Dezember 2010 Januar 2011

Bettina Steinbrügge

Es gibt heute fast so viele Bedeutungen des Begriffs „Elite“ wie Menschen, die sich mit diesem Begriff befassen. In Deutschland war der Begriff lange Zeit aufgrund der Rolle der alten, bourgeoisen Eliten im Nationalsozialismus belastet, doch hat er in den letzten zehn Jahren eine Renaissance erfahren und ist zu einem schillernden Ausdruck geworden. Aus diesem Grunde ist zu Guttenberg derzeit so populär, aus diesem Grunde möchte jeder an einer Elite-Universität studieren und aus diesem Grunde bilden sich in der Kunstwelt Milieus heraus, die starker denn je auf Exklusivität und einem distinkten Habitus basieren. Die traditionellen europäischen Eliten waren relativ homogene Milieus, die sich durch eine bestimmte Kultur, Erziehung und soziales Benehmen auszeichneten und sich somit von der Masse unterschieden. Wer zur Elite gehörte, konnte anhand von Sprache und Umgangsformen leicht identifiziert werden. Heute sind Karrieren viel zu heterogen, um eine einzige Elite herauszubilden, vielmehr steht der Begriff „Elite“ derzeit für erfolgreiche Menschen, die finanziell gut aufgestellt sind und über Macht in ihrem sozialen und geschäftlichen Umfeld verfügen. Dieser Elitebegriff basiert eher auf einem neoliberalen Verständnis denn auf einem bürgerlichen, das soziale Verantwortung wie auch Eigenverantwortlichkeit umfasst.

Was bedeutet dies nun für das Kunstfeld? Dem Kunstbegriff hängt per se das Stigma des Elitären an, wird hier doch das nach dem kapitalistischen Grundverständnis scheinbar Nutzlose gefeiert, dem noch dazu ein (monetärer) Wert zugeordnet wird, der objektiv nicht nachprüfbar ist. Das Kunstfeld ist für ungefähr 4% Prozent der Bevölkerung interessant, wovon der Großteil auf eine universitäre Ausbildung zurückblicken kann. Die Annäherung an eine Bohème, an Radikalität und Gebrauchswertverweigerung wird gerade auch für die bürgerliche Mitte zu einem Mittel, sich des eigenen distinkten oder auch nur vermeintlich distinkten Habitus zu versichern und sich somit in eine Gesellschaftsschicht einzureihen, die sich von der werktätigen Bevölkerung abhebt.

Messbarer Erfolg hat immer etwas mit Geld zu tun, weswegen der Kunstmarkt in den letzten Jahren eine große Rolle in der kulturellen Elite spielte. Er ließ nicht nur Sammler zu Stars aufsteigen, sondern übte auch einen ungeheuren Einfluss auf das Ausstellungsprogramm öffentlicher Institutionen aus. In diesem Bereich der Kulturelite gehen wirtschaftliche Interessen mit denen der politischen Legitimation und dem Lifestyle einer jungen Stilelite eine enge Verbindung ein. Ob Soho House, Grill Royal oder Bar 3, PanAm Lounge oder eine „Perez Projects“-Party – das Kunstfeld mit seinem Versprechen auf Erfolg, Glamour und alternativer Lebensform hat einen Zirkel entstehen lassen, der die Exklusivität schätzt und lebt. Künstler und Kunstschaffende haben es in die Boulevardblätter geschafft und somit auch die Ökonomien des Feldes verändert.i Dieses neoliberale künstlerische Feld lässt sich als exemplarischer „Winner take all“-Markt einstufenii. Typische Merkmale sind eine außerordentlich große und auch weitgehend akzeptierte Ungleichheit des symbolischen und ökonomischen Kapitals der konkurrierenden Künstler und Kunstwelt-Professionellen sowie eine hohe Unsicherheit über den Erfolg der künstlerischen Produktion wie auch über die Karriere von Künstlern. Gäbe es diese Ungleichheit und das Risiko nicht, wäre das Kunstfeld uninteressant, denn es ist nur etwas erstrebenswert, was nicht so einfach zu haben ist und damit heiß erkämpft werden muss.

Damien Hirsts „For the Love of God“ spielt mit diesen Gedanken. Der Totenschädel lässt sich ganz klassisch vom Materialwert ableiten, ist mit Brillanten besetzt und deswegen nur von einer ganz kleinen Gruppe überhaupt zu erwerben. Die Arbeit ist so unangemessen wie sie preislos ist. Ein bürgerliches Kunstethos tritt neben den Glamour des „Nouveau Riche“, verbindet Vergänglichkeit mit Zeitkritik und führt das ganze System einer zeitgeistigen Elite vor. Konsequenterweise hält der Künstler selbst Prozente an dem Werk und hat es nicht komplett dem Warenkreislauf zugänglich gemacht. Der Schädel als Mythos und Symbol, das zudem eine gewisse Spannung zu den nichtelitären Zirkeln der Kunstproduktion aufrechterhält. Das Sujet der Arbeit ist ein Attribut der Biker- und Gothicszene, wodurch das Ganze auch noch die „Street Credibility“ erhält, die zur Bohème der Kunst gehört. Das Elitäre erscheint hier als Zwiespalt, der immer wieder durchbrochen werden muss. Wenn in Carsten Höllers „Soma“ ein Doppelbett für 1000 Euro pro Nacht zur Verfügung steht, dann muss auch dafür gesorgt sein, dass dieser Exklusivität die Verlosung kostenfreier Übernachtungsplätze gegenübersteht. Elite zu sein in einer Demokratie, lebt von dem schizophrenen Verhältnis zu sich selbst, dem Bejahen und gleichzeitigen Verneinen, wobei in der Kunst – in ihrer Mischung aus Upper Class und Subkultur – die Begriffsbildung stärker als andere Felder auf den spezifischen Habitus zurückzuführen ist. Der Boros-Bunker kann hier genauso Elite sein wie das „Forgotten Bar“-Projekt, die Kunst-Werke genauso wie die Olbricht Collection, neugerriemschneider wie auch Tulips&Roses, Angela Melitopoulos wie Martin Eder oder die Kunsthistoriker und Intellektuellen, die sich in Museumszirkeln oder den Universitäten um den Diskurs bemühen, wie auch die Intellektuellen, die sich, prekär lebend, am internationalen Diskurs beteiligen. Die Grenzziehungen sind schwierig und lassen die Frage aufkommen, welche Eliten eigentlich für das Kunstfeld interessant sind.

Die Aufzählung zeigt, wie einseitig es ist, nur die neoliberale Kulturelite zu betrachten. Lassen sich künstlerische Eliten konstatieren, so liegt die Frage nach den diskursiven Praktiken nahe: Selbstinszenierung, Protektion und künstlerisches Können spielen hierbei offenbar komplementäre Rollen. Bourdieu hat den Begriff der „Elite“ nur polemisch verwendet und durch das Konzept des „Feldes der Macht“ ersetzt.iii Die diskursiven Praktiken werden zur Deutungshoheit eingesetzt, die immer wieder neu ausgefochten werden muss. Die heute als intellektuelle Kunstelite zu bezeichnende Gruppe, die den Diskurs voranträgt, ist sich dieser Machtspiele bewusst und benutzt sie zur Distinktion, manchmal um Diskurse durchzusetzen, manchmal um sich des intellektuellen Gegners zu entledigen. Diese elitären Diskurse, von Künstlern wie von Kulturakteuren geführt, sind die Basis zeitgenössischer Kunst. Keiner möchte doch ernsthaft ein demokratisches Feld, das sich rein nach Quote den doch etwas schlichten Diskursen der Populärkultur und deren Verkürzung in den erfolgreichen Selbstrepräsentationsserien hingibt.

Ein Großteil heutiger Kunst versucht, Gegenprozesse und Gegenmodelle der Kooperation in Gang zu setzen, die soziale Alternativen aufzeigen. Artur ?mijewski
z. B. geht analytisch mit dem Projekt der Kunst als sozialem Gestaltungsmodell um, Alicja Kwade befragt mit ihren „Bordsteindiamanten“ Äußerlichkeit und Wertschöpfungsprozesse, und die Bruce High Quality Foundation bedient sich der Komplizenschaft, um neue Formen des Gemeinwohls zu erproben. Das Elitäre schafft hier Freiräume für den individuellen Ausdruck, und gerade weil die Kunst so eng mit den elitären Machtzirkeln aus Wirtschaft und Politik verbunden ist, stehen die politischen Themen in einem interessanten Resonanzverhältnis zu Autorität und Kapital. Wenn sich engagierte und gebildete Menschen in freier, öffentlicher Rede über gesellschaftlich wichtige Fragen zu verständigen suchen, beeinflussen sie die Fantasie und die Interessen der Machteliten wie der breiten Bevölkerung und verändern schließlich auch ihre Denkweisen.

Kunst ohne Elite ist wie Sex ohne Partner, manchmal vielleicht ganz lustig, aber auf Dauer doch einfach nur fad. Aber neoliberale Eliteverständnisse, die sich derzeit nur zu gerne mit dem Kunstfeld verbinden, sollten zur Distanz verpflichten. Die Vitalität und Stabilität einer Gesellschaft hängen eminent von ihrer Durchlässigkeit ab. Eliten dürfen sich nicht nur aus sich selber rekrutieren, sondern sind allein in einem relativ gleichberechtigten Wettstreit brauchbar. Nicht brauchbar dagegen sind Rekrutierungssysteme, in denen ohnehin schon Privilegierte versuchen, ihre Privilegien und Weltbilder zu verteidigen.

i Vgl. Isabelle Graw : „Der große Preis“, Köln 2008 Buch bei Amazon bestellen
ii Vgl. Robert H. Frank/Philip J. Cook: „The Winner-Take-All Society“, New York 1995
iii Vgl. Pierre Bourdieu: „Die feinen Unterschiede“, Frankfurt am Main 1987 Buch bei Amazon bestellen

Bettina Steinbrügge studierte Kunstwissenschaft, Englische Philologie und Vergleichende Literaturwissenschaft in Kassel. Sie arbeitet als Kuratorin, Autorin und Dozentin. Sie ist wissenschaftliche Beraterin der Künstlerstätte Schloss Bleckede und Sprecherin des Arbeitskreises der niedersächsischen Stipendiatenstätten in Hannover. Nach verschiedenen Lehraufträgen am Fachbereich Kulturwissenschaften der Universität Lüneburg ist sie seit April 2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin im Leitungsteam des Kunstraums der Universität Lüneburg.

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Kunstauktion zugunsten der Stiftung Telefonseelsorge Berlin


André Wagner: Narcotic Traffic, Serie: Light Trees, 2010

André Wagner: Narcotic Traffic, Serie: Light Trees, 2010

Lightjet-Print, Alu-Dibond, 90 x 70 cm, gerahmt, Auflage: 1/5 + 2 AP.

In der MIANKI Galerie findet am kommenden Donnerstag die erste Vorbesichtigung von 55 zeitgenössischen Kunstwerken statt, die am 7. Dezember in der Berlinischen Galerie zugunsten der Stiftung Telefonseelsorge Berlin versteigert werden.

Die Liste der fast ausschliesslich in Berlin lebenden und arbeitenden Künstler, die ein Kunstwerk gespendet haben, spricht für sich und für eine turbulente Auktion: Christian Achenbach, Frank Bartsch, Matthias Beckmann, Tjork Douglas Beer, Christine Biermann, Kaspar Bonnén, Clara Brörmann, DAG, Sabine Dehnel, Uros Djurovic, Juliane Duda, Margret Eichner, Pius Fox, Alex Geis, Albert Genin, Marc Grözer, Amelie Grözinger, Philip Grözinger, Silke Katharina Hahn, Phillip Hennevogel, Andreas Herrmann, Georg Hiltner, Klaus Hiltner, Stefan Hirsig, Franziska Holstein, Claudia Kallscheuer, Ruprecht von Kaufmann, Matej Kosir, Peter Kröning, Christoph Krönke, Caroline Kryzecki, Jakob Kupfer, Götz Lemberg, Dietmar Lemcke, Gabriella Locci, Musk Ming, Ulrik Møller, Irene Pasqual, Maria und Natalie Petschatnikov, Edmund Piper, Jakob Roepke, Christoph Ruckhäberle, Moritz Schleime, Sebastiaan Schlicher, Rigo Schmidt, SEO, Wanda Stolle, Lars Teichmann, Dagmar Tränkle, André Wagner, Susanne Wehr, Carsten Weizmann, Hansa Wisskirchen, Henry Woller.
Auktionskatalog zum Download

Die Auktion steht unter der Schirmherrschaft von Renate Künast, Mitglied des Deutschen Bundestages, Dr. Thomas Köhler, Direktor der Berlinischen Galerie, Harald Pigniatelli, Fernsehmoderator, Ralf Meister, Generalsuperintendent und Jennifer Becker, Herausgeberin des KUNST Magazins.

Der Auktionator ist Fares Al-Hassan (MA), der seit 2008 als lizenzierter Kunstauktionator in Hamburg und Berlin tätig ist (Fly Auctions). Als Sammler wie Auktionator gilt sein Interesse vor allem der jungen Gegenwartskunst im Bereich der Malerei und Zeichnung. Al-Hassan hat Journalismus, Medienpsychologie und  Amerikanische Kulturwissenschaft an der FU Berlin studiert und ein Ergänzungsstudium für Bildende Kunst in Reykjavik, Island, absolviert.

Dass Kunst unsere Sichtweisen zu verändern vermag und in der Lage ist, Perspektiven zu öffnen, die uns ohne sie verschlossen geblieben wären, ist nichts Neues. In etwas anderer Form vollzieht sich ein Perspektivwechsel bei Hilfesuchenden, die sich in einer Krisensituation an die Telefonseelsorge wenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Telefonseelsorge Berlin e.V. sind für Menschen da, denen kein anderer zuhört. In diesem Kontext gilt die Arbeit der Telefonseelsorge oftmals der Suizidprävention, wobei der derzeitige Schwerpunkt auf dem Thema „Suizid im Alter“ liegt.
Um den mannigfaltigen Aufgaben gerecht werden zu können, sind Bildungsmaßnahmen und Supervisionen für die im Ehrenamt tätigen MitarbeiterInnen notwendig. Für die Finanzierung dieser Maßnahmen ist die Telefonseelsorge auf Spenden angewiesen – einen wichtigen Beitrag dazu soll die Kunstauktion zugunsten der Stiftung Telefonseelsorge Berlin leisten.

Seien Sie dabei und ersteigern Sie hochwertige Kunstwerke für einen guten Zweck!

Vielen Dank, Ihre Jennifer Becker
Herausgeberin des KUNST Magazins

Kunstauktion zugunsten der Stiftung Telefonseelsorge Berlin

VORBESICHTIGUNG:
Vernissage am 25.11.,19–24h
Laufzeit: 26.11.–4.12., Mi–Fr 15–19h, Sa 11–16h
MIANKI Galerie, Kalckreuthstr. 15, 10777 Berlin-Schöneberg

AUKTION:
7.12.10, 19h in der Berlinischen Galerie
Vorbesichtigung dort ab 14h

Weitere Informationen bei der Telefonseelsorge Berlin

 

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Review: Yoko Ono. Das Gift


Yoko Ono: Shattered Glass, 2010

Yoko Ono: Shattered Glass, 2010

Installationsansicht, Photo: Christian Glaeser, © Yoko Ono All Rights Reserved, Abbildung erschienen im KUNST Magazin Doppelausgabe Dezember 2010 Januar 2011

Tanja Dückers

Wer die Ausstellung „Das Gift“ von Yoko Ono betritt, unternimmt eine Reise zurück in die Zeit von „Love and Peace“. Da stößt man auf von der Decke baumelnde Soldatenhelme, in denen blau-weiße Puzzleteile – ein zerstückelter Himmel – liegen. Jeder Besucher soll sich ein Stück Himmel mit nach Hause nehmen. Dunkle Mäntel mit Schusslöchern verbreiten ebenfalls düstere Stimmung. Eine Leinwand, versehrt mit tiefen Schnitten und einer langen Nadel, wartet auf den Besucher, der hier, wie es heißt, seine Wunden nähen, also: sich selbst heilen kann.

Wer glaubt, dass heute niemand mehr auf solcherart Kitsch anspringt, irrt sich gewaltig. Die mehrheitlich jungen Besucher der Ausstellung sticken Schmerzensbekenntnisse wie – in rührend falschem Englisch – „Love hurts … without heals“ auf die Leinwand, zitieren Beatles-Songs oder frühere Arbeiten von Yoko Ono wie „A hole to see the sky through“. Eine eifrige Näherin erklärt auf Nachfrage, sie hätte vor drei Wochen ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht und sei froh, jetzt ihre Wunde vernähen zu können, dafür sei sie extra 60 km angereist. Beeindruckender – und die weitaus beste Arbeit der Ausstellung – ist „Memory of Violence“. In der Berliner Presse wurde dazu aufgerufen, Zettel oder Fotos mit eigenen Erinnerungen an erfahrene Gewalt mitzubringen und an die entsprechenden Stellen auf vergrößerten Stadtplänen von Berlin zu heften. „Pin your memory“, wird der Besucher aufgefordert. So ist eine Berliner Seelenlandschaft vor dem Hintergrund des geografischen Berlins zum Vorschein gekommen. –

Was hier zur Sprache kommt, hätte in keiner anderen Stadt seinen Niederschlag gefunden: Da hat jemand „Mauertote“ geschrieben, ein anderer „Gewaltsame Räumung des Jugendzentrums Putte im Wedding 1974“. Die Zahl „6.000 000“ verwirrt zunächst, dann erkennt man, dass sie über das Mahnmal für die ermordeten Juden gekritzelt wurde. Über dem S-Bahnhof Lichtenberg steht „Nazis – 1989“, am U-Bahnhof Hermannplatz „Vier Türken verprügeln einen Mann, niemand hilft“. Ein paar Meter weiter steht einfach nur „Klaus“. Noch ein paar Straßen weiter: „Selbstmord eines Freundes.“ An der Bülowstraße findet sich der Hinweis: „Bülowstraße 55, 20.12.1983 – besetztes Haus geräumt, 100 Besetzer betroffen, Haus danach abgerissen“. Ironischerweise findet sich auch ein Zettel mit „John-Lennon-Gymnasium“, allerdings ohne weiteren Kommentar – hat an dieser Schule jemand eine Gewalterfahrung gemacht? „Memory of Violence“ ist ein einzigartiges Kollektivkunstwerk; ein Experiment, das mithilfe der Partizipationsbereitschaft der Besucher gelungen ist.
   
Wer will, kann sich noch fotografieren lassen und Teil der Arbeit „Berlin Smile“ werden. Wie immer bei Yoko Ono ist die Idee schlicht: Nach der Konfrontation mit Krieg, Verlust und Schmerz darf man am Ende doch noch lächeln und glücklich sein. Auf das Gift der Gewalt folgt das Gegengift der Liebe. Man könnte trotzdem einigermaßen mit Yoko Ono versöhnt die Ausstellung verlassen, wäre da nicht die Riesenvideo-Installation „Shadows“: Äußerst disparate Bilder von Gewalt – Zweiter Weltkrieg, Irakkrieg, sich balgende Kinder – prasseln auf den Besucher ein. Der Einfall, den Besucher selbst noch als Schatten über die Leinwand huschen zu lassen und so auf plumpe Art und Weise der Mitschuld an allem Bösen in dieser Welt zu bezichtigen, kann auch nichts mehr retten. Yoko Ono differenziert nicht zwischen Angriff und Verteidigung in kriegerischen Konflikten, nicht zwischen Erwachsenen und Kindern. Das Konkrete und Persönliche, das Gewalt erst richtig spürbar macht und in den Berlin-Stadtplänen auf eindringliche Weise sichtbar wurde, fehlt. So kommt die Ausstellung am Ende wieder auf Friedensdemo-Flugblattniveau an.

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KUNST Sammlergespräch: Barbara und Axel Haubrok


Barbara und Axel Haubrok

Barbara und Axel Haubrok

Foto: Albrecht Fuchs, Abbildung erschienen im KUNST Magazin Doppelausgabe Dezember 2010 Januar 2011

Julie PiérartDie Sammelleidenschaft von Axel und Barbara Haubrok, die heute zu den bedeutendsten Sammlern Deutschlands zählen, begann vor 20 Jahren mit dem Erwerb eines Bildes von Raoul de Keyser und einer Arbeit von Luc Tuymans.

Nachdem in den folgenden Jahren der Schwerpunkt der Sammeltätigkeit des aus Düsseldorf stammenden Ehepaars zunächst auf der Malerei lag, führte der Weg schließlich über den Ankauf von Arbeiten von Günther Förg zu Beginn dieses Jahrtausends zur Konzeptkunst. Diese bildet heute den Schwerpunkt der Sammlung, die mittlerweile über 500 Werke umfasst, darunter Arbeiten von Jonathan Monk, Christopher Williams, Cady Noland und Gregor Schneider. Seit 2005 präsentiert das Ehepaar regelmäßig Werke der Sammlung in Berlin – seit Frühjahr 2007 unter dem Namen „haubrokshows“ in einem Projektraum am Straußberger Platz. Neben etwa vierteljährlich stattfindenden wechselnden Ausstellungen bietet das Ehepaar mit dem Raum ein Forum für Diskussionen, Konzerte und Filmführungen.

Parallel zu ihrer Sammlertätigkeit  haben Axel und  Barbara Haubrok eine Stiftung gegründet. Die Haubrok Foundation, deren Zweck die Förderung zeitgenössischer Kunst ist.
In der Foundation sind museale Arbeiten wie raumgreifende Installationen oder Performancekunst zusammengefasst. Axel und Barbara Haubrok haben sich entschieden, der Nationalgalerie diese 13 bedeutende Werke, darunter Arbeiten von Olafur Eliasson, Tobias Rehberger und Andreas Slominski, zur dauerhaften Leihgabe beizustellen.

In diesem Zusammenhang ist noch bis zum 19. Dezember Tino Sehgals Projekt „This is Propaganda“ in der Alten Nationalgalerie zu sehen, das anschließend durch alle sechs Berliner Häuser weiterwandern wird. Geplant ist, die anderen zwölf Werke in den kommenden Jahren nach und nach, je nach Konzept und Kontext, in Ausstellungen der Nationalgalerie einzubinden und zu präsentieren.

Wir freuen uns auf das KUNST Sammlergespräch mit Barbara und Axel Haubrok, moderiert von Jan Kage alias Yaneq.

Donnerstag,  2. 12., Einlass ab 20h, Gespräch ab ca. 20.30h
Bar Tausend, Schiffbauerdamm 11, Berlin-Mitte
Um Anmeldung wird gebeten: sammler@kunstmagazin.de

Save the Date: Am 3. Februar 2011 ist Stefan Haupt zu Gast beim KUNST Sammlergespräch.

 

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Die geistige Emigration


Abbildung erschienen im KUNST Magazin Doppelausgabe Dezember 2010 Januar 2011

Julie Piérart

Die beiden Mülheimer Künstler Arthur Kaufmann und Otto Pankok verfügten in den 1920er-Jahren über ein weitverzweigtes Netz an Künstlerfreundschaften. Sie schufen zahlreiche Porträts ihrer Kollegen, mit denen sie ein gemeinsames Schicksal teilten: In der NS-Zeit als „entartet“ verfemt, mussten sie sich aus dem öffentlichen Leben zurückziehen, wählten den Weg in die innere Emigration oder gingen ins Exil. Dieser Ausstellungskatalog schildert die eindrucksvollen Künstlernetzwerke unter den Gebliebenen und Vertriebenen.

Beate Ermacora, Anja Bauer (Hg.): Die geistige Emigration. Arthur Kaufmann – Otto Pankok und ihre Künstlernetzwerke, Kerber Art Verlag, 2008. Deutsch, 183 Seiten, 127 Farbabb., Hardcover, 38 €. ISBN: 978-3-86678-141-2

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Big Bang: Und plötzlich macht es Klick


Abbildung erschienen im KUNST Magazin Doppelausgabe Dezember 2010 Januar 2011

Promo

Sonnenbrillen und Physik – wie passt denn das zusammen? Klingt absurd, ist es aber nicht. ic! berlin zeigt mit der Herbst/Winter-Kollektion 2010, was die Urknalltheorie mit Design verbindet. Dafür hat das Berliner Brillenlabel, das für seine flexiblen, schraubenlosen Gestelle bekannt ist, mit der Physikerin Sibylle Anderl zusammengearbeitet. 

Jedes der 21 Modelle aus Acetat oder Blech trägt den Namen einer Theorie oder eines Phänomens aus der Welt der Physik. Wer künftig bei physikalischen Diskussionen glänzen will, wirft einen Blick auf die Innenseite des Bügels seiner Brille: Dort hilft ein kleines eingraviertes Diagramm dem Gedächtnis auf die Sprünge.

„Wie die Brillen von ic! berlin brauchen auch gute physikalische Theorien keine Schrauben: Nichts lockert sich oder muss nachgezogen werden. Physiker fügen Dinge auf dem richtigen Weg zusammen. Plötzlich macht es „klick“ –  und alles passt. Das ist der ic!-Effekt.“, lässt Anderl zur Kollektion „it`s phys!cs“ verlauten.

www.ic-berlin.de
ic! shop,  Max-Beer-Str. 17, Berlin.

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Seidentuch aus der LRRH – ART EDITION BY zu gewinnen!


Abbildung erschienen im KUNST Magazin Doppelausgabe Dezember 2010 Januar 2011

Mit Alexandra Bircken und ihrer Austellung ’Blondie’ zeigte der Kölnische Kunstverein in diesem Jahr eine Künstlerin, deren Arbeiten zurzeit international große Aufmerksamkeit erfahren. Ihre freistehenden Plastiken, hängende Objekte und Wandarbeiten repräsentieren – vereint in einen narrativen Mikrokosmos – die Ästhetisierung und Bedeutungsverlagerung funktionaler Gegenstände. Nun entwickelte Alexandra Bircken einen exklusiven Kunstdruck für die Seidentuchedition »ART EDITION BY«. Wie die anderen Seidentücher von LRRH ist auch der ’Blondie’-Scarf mehr als ein Gegenstand angewandter Kunst: Anfangs ein Bild, wird er als Schal oder Kopftuch getragen zum Accessoire.
Bisher beteiligten sich auch Christian Aberle, Marc Brandenburg, Lucy McKenzie, Alicja Kwade, Paulina Olowska, Johannes Wohnseifer, Anton Unai und Richard Woods an der »ART EDITION BY«. Die dabei entstandenen Seidentucheditionen repräsentieren eindrucksvoll die Bildwelten und das kreative Schaffen der jeweiligen Künstlerinnen und Künstler. Teilweise in Handarbeit werden die eigens für die Edition entwickelten Motive auf Seide übertragen. Die im Spannungsfeld von Kunst und Mode entstandenen Werke lassen sich als modisches Extra tragen oder als Druckgrafiken oder plastische Draperien präsentieren.
Wenn Sie einen Seidenschal der LRRH_ ART EDITION BY« von Alexandra Bircken gewinnen möchten, senden Sie bis zum 15.12.2010 eine Mail mit dem Betreff ’Blondie’ an verlosung@kunstmagazin.de und beantworten darin folgende Gewinnfrage:
Was studierte Alexandra Bircken am Londoner Saint Martins College, bevor sie mit ihren ersten Einzelaustellungen als Künstlerin in Erscheinung trat?
Einen Hinweiß zur Lösung der Frage finden sie hier: www.LRRH.de
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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