
Bei der Eröffnung der Gerhard Richter-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie Berlin / Foto: Julia Schmitz
Die Eröffnung der Ehemaligen Jüdischen Mädchenschule in Berlin-Mitte und der 80. Geburtstag des Malers Gerhard Richter waren die Themen, die sich bei der Suche nach interessanten Ereignissen der vergangenen Woche klar herauskristallisierten.
“Bitte keine Fragen zu den Preisen der Bilder”, bat Udo Kittelmann, Direktor der Neuen Nationalgalerie Berlin, die Journalisten bei der Pressekonferenz anlässlich der Ausstellungseröffnung von “Gerhard Richter: Panorama“. Richter selber fände die Summen, die bis in zweistellige Millionenhöhe gehen, eher absurd.
Doch das Interesse an den Fotografien und Malereien des Wahl-Kölners, der zu den wichtigsten Künstlern weltweit zählt, ist ungebrochen. So überschlugen sich die Medien dann auch anlässlich seines runden Geburtstages am 9. Februar mit Würdigungen von Leben und Werk Richters. Er habe die “totgeglaubte Malerei” wiederbelebt, als er Anfang der 1960er Jahre seine ersten figurativ-realistischen Arbeiten entwarf, lasen wir bei Cicero. Den Hauptbestandteil seines Werks bilden heutzutage allerdings die abstrakten Malereien, bei denen fast immer etwas anderes herauskomme, als er eigentlich geplant habe, wird Richter zitiert.
Die abstrakten Malereien sind es dann auch, die das meiste Geld erzielen, wenn sie auf einer Auktion zum Kauf stehen: Ganze 20.802.500 Dollar brachte der Verkauf eines Bildes mit dem Titel “Abstraktes Bild” und der Nummerierung 849-3, verrät eine Infografik, die wir bei artinfo24 fanden. Warum die Malereien eigentlich so hohe Preise bringen, fragt man sich auf dem Blog Figunetik? Wichtig sei vor allem, neben der hohen technischen und emotionalen Umsetzung seiner Ideen, der Kontext, die Historie des Malers und Fotografen, heißt es als Antwort. Richter kenne Deutschland und seine beiden Hälften, womit er zwangsläufig auch zu einem Chronisten des zwanzigsten Jahrhunderts avanciert sei.
Dann schreiben wir eben unser eigenes Script!
Am Donnerstagabend gab es für all die, die nicht in die Aktivitäten der Berlinale verwickelt sind, ein besonders wichtiges Event: Die Eröffnung des “Haus für Kunst und Esskultur” in der Ehemaligen Jüdischen Mädchenschule auf der Auguststraße in Berlin-Mitte (in die wir schon ein paar Tage vorher einen Blick werfen durften).
Nicht selten tauchte anlässlich der Einweihung dieses neuen Mitte-Hotspots der etwas beleidigt klingende Hinweis auf das aktuelle Dietl-Filmprojekt auf: Dietl spiegelt die Berliner Szene nicht so wieder, wie sie sich gerne sehen würde? Pah, dann schreibt diese sich eben ihr eigenes Script – deutlich herauszuhören ist dieser Ton unter anderem beim Architecture Feed, dessen Textaufbau dann auch dem eines Scripts ähnelt.
Beim Kunstmarkt verhält man sich diesbezüglich zwar etwas bedeckter, bezeichnet das engagierte Projekt aber als “neues Herz für Mitte”. Auch bei Welt Online zeigt man sich entzückt über die Sanierung des Prachtbaus, der so viele Jahre leer gestanden hatte. Natürlich sei dies – auf die Preise in der Gastronomie-Etage bezogen – kein Ort für Backpacker, aber die “versnobte Grillifizierung” müsse man dennoch nicht gleich heraufbeschwören.
Apropo Essen: Zwei vergoldete Fritten, die wir an dieser Stelle bereits vergangene Woche erwähnt hatten, kamen eine Münchner Galeristin teuer zu stehen. Der Künstler Stefan Bohneberger hatte sie auf die Herausgabe zweier mit Gold überzogener Pommes Frites aus dem Jahre 1990 verklagt – die die Dame aber offenbar verlegt hatte. 2000 Euro muss sie dafür nun locker machen, hat ein Gericht entschieden, schreibt Spiegel Online. Da bleiben wir doch lieber beim Schälchen Pommes Rot-Weiß von der Bude an der Ecke…







