
Machte einen Kurzbesuch: Der Frühling / Foto: Julia Schmitz
Zugegeben: In der vergangenen Woche haben wir jede freie Minute genutzt, um die ersten wärmenden Sonnenstrahlen des Jahres in uns aufzusaugen – man weiß ja nie, wie lange man in den kommenden Monaten noch von diesen Reserven zehren muss. Den ein oder anderen Blick in die virtuellen Medien haben wir aber doch geworfen – und für Sie zusammengefasst.
Guggenheim Lab – Ja oder Nein? Der Streit um das durch den Automobilriesen BMW gesponsorte Projekt geht weiter. Von der einen Seite verhärten sich die Proteste, von der anderen Seite gibt es wiederum Proteste über die Proteste und so weiter. Auch in der Presse sind die Meinungen dazu so unterschiedlich wie Tag und Nacht.
Er habe den Konflikt kommen sehen, weil in Berlin die Brache ein Ort persönlicher Freiheit ist, so sagt Franz Schulz, Bürgermeister von Kreuzberg, gegenüber dem Tagesspiegel. In New York habe die mobile Architektur eine Lücke gefüllt, in Berlin jedoch würde sie einen wichtigen Freiraum versperren. Welchen Zweck das Lab überhaupt erfüllen solle und wolle, wissen allerdings nur die wenigstens, die sich gegen das Projekt stellen, heißt es weiter: “Es war wie der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat”, wird eine Anwohnerin des Wrangelkiez zitiert. Das hätte auch jemand anderen treffen können.
Die taz befragte Herbert Mondry, Vorsitzender des Berufsverbands bildender Künstler in Berlin, zum Thema. Dieser stört sich vor allem an dem Event-Character des Labs – anstatt sich ernsthaft für die Belange der Bewohner einzusetzen, betreibe BMW hier den Versuch einer wenig subtilen Imagepflege anstatt ernsthafter Kulturförderung.
Dass das Thema nicht nur lokale Wellen geschlagen hat, sondern auch überregional wahrgenommen wird, zeigt ein Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger. Dort scheint man allerdings die Berliner Bewohner mit Vorliebe über einen Kamm zu scheren: Borniert sei das Verhalten, sich gegen das Guggenheim Lab zu stemmen, wenig sozial und überhaupt nicht sexy. Typisch für Berlin sei es, dass “innerhalb kürzester Zeit auch Zugezogene zu Muffelköpfen werden, die ihre Scholle mit Zähnen und Klauen gegen jede Veränderung verteidigen”.
Preise über Preise
Neben diesem ganzen Gestreite gibt es aber auch ein paar positive Dinge zu vermelden: Preise wurden verteilt! So geht der ADKV ART COLOGNE Preis in diesem Jahr an den Badischen Kunstverein, lasen wir bei art-in. Der Badische Kunstverein wurde 1818 gegründet und zählt damit zu den ältesten Kunstvereinen Deutschlands.
Ebenfalls ausgezeichnet, so gesehen unter anderem bei art-in-berlin wurde Kolja Reichtert, und zwar mit dem ADKV ART COLOGNE Preis für Kunstkritik. Seine Texte stünden für Sprachqualität und Lebensfreude, heißt es in der Begründung der Jury, die die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung seit 2006 verleiht. Zwei Qualitätsmerkmale, die man heutzutage in der Kunstkritik leider eher selten antreffe.
Damien Hirst ist in den vergangenen Tagen eher in negative Schlagzeilen geraten, da sein Studio dem Monopol Magazin den Abdruck seiner Bilder im Leitartikel verwehrte – doch zumindest ein britischer Taxifahrer wird gut auf den Künstler zu sprechen sein. Als der Künstler vor zwei Jahren gleich zweimal in sein Auto einstieg, bat er ihn, eine Zeichnung für seine Kinder anzufertigen. Und dieses Bild – übrigens ein Hai, ein Schmetterlin und ein Totenkopf, schreibt artinfo24 – kam nun für 4.500 Pfund unter den Hammer.







