
Die hellen Räumlichkeiten der Galerie Loock in Berlin
Im Stadtteil Tiergarten hinter dem Hamburger Bahnhof machen wir uns auf die Suche nach der Loock Galerie. Abseits des Menschentrubels landen wir auf einem weitläufigen, verlassenen Gelände, das von Lagerhallen umgeben ist. Auf der rechten Seite, direkt an der Spree, befinden sich die Hallen am Wasser, in der mehrere Galerien untergebracht sind – so auch die Loock Galerie. Die klassische White Cube Architektur gibt den Werken genügend Raum zur Entfaltung. Das sah vor einigen Jahren noch ganz anders aus.
1988 gründete Friedrich Loock aus einer spontanen Idee heraus im ehemaligen Ost-Berlin die “Wohnmaschine“: Er bespielte seine Privatwohnung mit Kunstwerken von Freunden. „Auf diesem sehr informellen, ganz entspannten Niveau hat alles angefangen“, erinnert sich der Galerist. Nach dem Erfolg der ersten beiden Ausstellungen in seiner 1-Zimmer-Wohnung kam schnell ein Jahresprogramm zustande. Nach dem Mauerfall gewann die Wohnmaschine an Medienpräsenz, der kommerzielle Ehrgeiz der Künstler wurde geweckt. Die Wohnmaschine zog in einen größeren Raum innerhalb desselben Gebäudes. Friedrich Loocks Interesse galt weiterhin einem Ausstellungskonzept, das die Wohnung thematisiert. Die Wohnmaschine begann sich als Underground Galerie zu etablieren.
Seit 3 Jahren ist Friedrich Loocks Galerie ein Teil der Hallen am Wasser. Der neue Standort trug auch dazu bei, die Galerie unter dem eigenen Namen zu leiten; Look wollte sich nicht mehr nur über die DDR oder die Geschichte der ‚Wohnmaschine’ definieren und betrachtet diese Veränderung als wichtigen und notwendigen Schritt. Inzwischen erreicht er auch internationale Künstler.

Miwa Yanagi, Windswept Women. The Old Girls Troupe. Ausstellungsansicht LOOCK GALERIE, 27. Februar - 17. April 2010
Miwa Yanagi, die 2009 auf der 53. Biennale in Venedig den japanischen Pavillon mit der großformatigen Fotografieserie „Windswept Women. The Old Girl’s Troupe“ bespielte, stellte ihre vier Meter hohen Werke 2010 bei Loock aus. Sie zeigen fünf monströse Frauen, die jeweils unterschiedliche Prozesse der Alterung verkörpern. In kahlen Landschaften wirken sie wie Riesinnen, die die Erde erobern. Ihre überwältigende Größe lässt den Betrachter erschlagen und beeindruckt zurück. In den begrenzten Räumen der Wohnmaschine wäre eine Ausstellung mit solchen Ausmaßen nicht denkbar gewesen.
Friedrich Loocks persönliche Leidenschaft gilt Japan und der japanischen Kunst. Diese Faszination entwickelte sich 1995 während einer Reise, auf der er den Künstler Yoshihiro Suda entdeckte: „Ich stand in einer Galerie, die ziemlich leer aussah und fragte den Galerist, wann er die nächste Ausstellung machen will. Der Galerist sagte: ‚No! No! Take a look. Carefully. Sculptures.’ Eine Skulptur konnte ich nicht erkennen, aber in einer Ecke waren Spots gerichtet, in der kleines Unkraut aus dem Boden zu wachsen schien.“

Holzblume von Yoshihiro Suda
Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem “Unkraut” um aus Holz geschnitzte Skulpturen von dem Künstler Yoshihiro Suda handelte. Aktuell sind zwei Holzskulpturen von Yoshihiro Suda in der Galerie vertreten. Kleine Holzblumen hängen an der Wand, die die Wahrnehmung des Betrachters herausfordern und spielerisch die Grenzen von Kunst und Dekor hinterfragen. Außerdem zeigt die Loock Galerie bis zum 17. Dezember eine Doppelausstellung der beiden Künstler Gavin Tremlett und Nuri Koerfer. „Practice“ von Gavin Tremplett zeigt außergewöhnliche Portraits, die das Thema der Schönheitsideale und Identitätspolitiken hinterfragen.
Nach der Weihnachtspause wird ab dem 13. Januar 2012 bis zum 25. Februar 2012 die Gruppenausstellung ABSTRACT zu sehen sein. Geöffnet ist Dienstag bis Samstag von 11 bis 18 Uhr.








Hallo Herr Loock!
Einen anerkennenden Gruß von Ihrem ehemaligen Lehrmeister von derStaatsoper auf diesem Wege.Viel Erfolg weiterhin.
Mit freundlichen Grüßen
Christoph Rothenberg