Wahlkampf in Ockergelb

"Dies ist ein Bekenntnis zur Indifferenz der bestehenden Lage!" -RGB165/96/36, CMYK14/40/80/20, Arno Brandlhuber, 2011

Wie groß ist eigentlich die gemeinsame Schnittmenge bei einem Gespräch zwischen Architekt Arno Brandlhuber und dem stets polarisierenden Maler und Fotografen Martin Eder? Diese Frage stellten sich neben den über hundert geladenen Gästen, die sich am Mittwochabend im Soho House einfanden, auch die beiden Männer selbst. Am Ende drehte sich alles um dieses schöne Ockerbraun.

Als Thema ihres Dialogs ist angekündigt: “Rosetten. Über Ornament, Verbrechen und No-Go-Areas.” Mit viel Ironie und Testosteron spielen sich Brandlhuber und Eder die Bälle zu. Es geht um die Kultur der Aneignung, die Kultur des Fakes und ihre Opfer – was Eder zum Thema einer ganzen Ausstellung machte, findet Brandlhuber bei dem Architekturprojekt ORDOS 100 in der Mongolei, das 2006 von Ai WeiWei initiiert wurde. Die Modelle werden derzeit in Bregenz ausgestellt wird. Das Publikum starrt auf halbfertige oder größtenteils unbewohnte Gebäudekomplexe mitten in der Ödnis, ein Museum für zeitgenössische Kunst, das vielleicht niemals bespielt wird.

Wie passt nun das Ockerbraun dazu? Brandlhubers letztes Bild zeigt das Berliner Areal zwischen Kupfergraben und Rosa-Luxemburg-Strasse. Eder verkündet, dass Kunst immer politisch sei. Es gehe nun mal um eine Haltung – und nicht zuletzt um Verantwortung – und darin lägen die Ursprünge jeder politischen Handlung. Wie auf Stichwort zückt Brandlhuber ein zusammengerolltes Plakat. Das Ockerbraun hat Brandlhuber aus allen Farben der Parteien zusammengemischt, die bei der kommenden Landtagswahl antreten. “Du kannst gleich damit anfangen, politisch zu werden, Martin!”, sagt er,  “Dies ist ein Bekenntnis zur Indifferenz der bestehenden Lage.”

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